Anna Knitter: Wie du dich im Familienalltag nicht selbst verlierst

Anna Knitter

Durch Instagram habe ich die liebe Anna Knitter kennengelernt und seit mehreren Wochen sind wir bereits in Kontakt.

Nachdem ich bei ihr im Interview sein durfte, habe ich es mir natürlich nicht nehmen lassen, Anna für das Mom-Portrait zu interviewen. Erfahre, welchen Herausforderungen sie sich zu Beginn ihrer Mutterschaft zu stellen hatte und wie sie es geschafft hat, sich selbst in ihrem Familienalltag nicht zu verlieren.

Wer bist du, wie lebst du und wie viele Kinder hast du?

Ich bin Anna, 34 Jahre jung und lebe mit meinen beiden Töchtern (4 und 1 Jahr alt) und meinem Mann in Aschaffenburg. Ich bin Soziologin und gerade in Elternzeit. Davor habe ich mehrere Jahre als Referentin und Projektmanagerin gearbeitet. Dieses Jahr habe ich mit einer Coachingausbildung angefangen und begleite Mütter in Fragen zum Selbstmanagement und Mindset.

Wenn du an den Anfang deiner Mutterschaft zurückdenkst, wie ging es dir damals?

Im Großen und Ganzen habe ich diese Zeit als schön in Erinnerung. Wir hatten das Glück, ein recht entspanntes Baby zu haben, was Schlafen, Koliken etc. betrifft und ich war sehr dankbar, dass sie da war.

Womit ich dagegen ziemlich kämpfen musste, war der Verlust meiner persönlichen Autonomie und das Gefühl totaler Fremdbestimmung. Die Tatsache, dass ich kaum etwas zu Ende machen konnte, während sie wach war, hat mich schon ziemlich gestresst. Auch, dass ich nie selbst entscheiden konnte, wann ich aufstehe oder wie viel ich am Tag schaffe, hat mich echt frustriert, insbesondere, weil ich mich selbst immer als sehr organisiert und strukturiert empfunden habe. Diese Aspekte habe ich mit der Zeit in den Griff bekommen.

Womit ich aber länger kämpfen musste, war das Empfinden, dass ich nicht mehr Anna war, sondern nur noch Mama und das Gefühl hatte, von meiner Umwelt auch nur noch auf diese Rolle reduziert zu werden.

Anna Knitter
Anna hat ihre Unzufriedenheiten zu Beginn ihrer Mutterschaft aktiv in die Hand genommen und Lösungen für sich und ihre Familie gefunden.

Was hat sich bei dir seitdem persönlich verändert?

Mit dem Gefühl, fremdbestimmt zu sein, komme ich mittlerweile klar. Ich habe meinen Tag so strukturiert, dass ich trotz zwei kleiner Kinder noch Zeitfenster für meine Interessen bzw. mich habe. Und wenn es doch mal Tage gibt, an denen nicht alles so läuft, wie ich mir das vorstelle, dann nehme ich es hin und es stresst mich nicht. Ich habe gelernt, anders zu planen bzw. dass Planen mit kleinen Kindern einfach anders funktioniert als ohne Kinder.

Mittlerweile bin ich mehr „ich“ als je zuvor. Durch die Mutterschaft bin ich sehr gereift und ich habe mir die Zeit genommen, mir zu überlegen, was ich möchte und wie mein Leben auszusehen hat. Wenn du mit Lebensbereichen unglücklich ist, dann kannst du etwas dagegen machen. Von alleine löst sich die Unzufriedenheit in der Regel nicht auf.

Was bedeutet heute Mutterschaft für dich?

Zum jetzigen Zeitpunkt ist Mutterschaft die wichtigste Aufgabe in meinem Leben. Mir war schon immer klar, dass ich Kinder haben möchte und ich finde, es ist die verantwortungsvollste und schwierigste Aufgabe, meine Kinder aufs Leben vorzubereiten und sie beim Großwerden zu begleiten.

Es ist der schönste, aber auch der härteste Job der Welt. So viel Freude und Liebe Kinder bedeuten, so sehr treiben sie einen auch an die eigenen Grenzen. Ich weiß jetzt auf jeden Fall, mit wie wenig Schlaf du als Mensch auskommen kannst.

Welche Herausforderungen gibt es in deinem Mama-Alltag und wie gehst du damit um?

Auf jeden Fall die Zeit und meine innere Rastlosigkeit. Der Tag hat einfach zu wenige Stunden. Ich habe gelernt, mich anders zu organisieren und bin bei meiner Planung flexibel. Anders als ohne Kinder kannst du nichts fest planen. Irgendwas kann immer sein (Kind krank, Kind schläft nicht etc.). Ich hatte schon immer Projekte nebenher laufen und würde gerne ganz viel auf einmal umsetzen. Aber das ist mit kleinen Kindern noch schwieriger.

Was mir hilft ist, immer einen Überblick zu haben, was in allen Lebensbereichen ansteht und mir am Abend vorher schon zu überlegen, was die drei wichtigsten To-dos sind. An stressigen Tagen helfen mir darüber hinaus meine Routinen sehr. Sie geben eine Struktur vor und ich verliere mich nicht im Chaos.

Mit Routinen und Strukturen hat sich Anna ihr neues Leben aufgebaut und sagt selber, dass sie mittlerweile mehr „ich“ als je zuvor ist.

Welche 3 Tipps würdest du frisch gewordenen Mamas an die Hand geben?

  1. Je entspannter du bist, desto entspannter ist auch das Kind. Das habe ich so häufig gesehen und auch am eigenen Leib erlebt. Wenn ich angespannt und nervös bin, dann sind es auch die Kinder und werden auch unruhig. Kinder nehmen unsere Emotionen und Stimmungen ganz genau wahr und spiegeln diese.
  2. Folge deiner Intuition und deinem Bauchgefühl. Meinungen von außen, wie du was am besten machst, können verunsichern. Sobald du ein Kind hast, kommt es häufig vor, dass du ungebetene Ratschläge erhältst. Aber denke immer daran, dass du die Expertin bist, niemand kennt dein Kind so gut wie du.
  3. Vergiss nicht, dich um dich selbst zu kümmern. Wir können unseren Kindern nur positive Energie und die Fürsorge, die sie benötigen, geben, wenn wir selbst Energie haben und unsere Tanks nicht komplett leer sind. Darum bist du keine schlechte Mutter oder egoistisch, sondern weitsichtig.

In deiner Vorstellung hast du erwähnt, dass du ein eigenes Business im Bereich Selbstmanagement und Mindset hast. Erzähl mal, was du machst und was ist deine Mission hinter deinem Business?

Ich begleite Mütter dabei, an ihrem Selbstmanagement und Mindset zu arbeiten, damit sie wieder Kapazitäten haben, für sich und alles, was ihnen persönlich wichtig ist. Durch die Arbeit an einem positiven und liebevollen Einstellung zu sich selbst, klaren Strukturen und Routinen für den Alltag, helfe ich meinen Klientinnen dabei, sich ihr Leben einfacher zu machen und die Zeit zu genießen.

Mir ist es wichtig, dass Frauen ihr Leben als Mutter genießen und gleichzeitig sich im vollen Familienalltag selbst als Individuum mit Wünschen und Bedürfnissen nicht aus den Augen verlieren.

Woraus ist die Idee zu deinem Business entstanden?

Zum einen habe ich nach der Geburt meiner Tochter selbst erlebt, was es heißt, fremdbestimmt zu sein und nur noch das Kind im Sinn zu haben und zu lernen, sich neu zu organisieren. Zum anderen habe ich bei vielen anderen erlebt, dass sie unglücklich waren. Zwar war die Freude über das Kind groß, aber das Leben war nicht wie sie sich das vorgestellt haben und zur Freude mischten sich auch häufig Unzufriedenheit und Überforderung mit dem neuen Alltag.

Ich treffe so häufig Mamas, die gestresst sind und keine Freude mehr an ihrer Aufgabe haben. Das finde ich immer so schade. Die Jahre, in denen die Kinder klein sind und die Zeit intensiv ist, geht so schnell vorbei. Und sie sollen nicht mit dem Gefühl von Hetze und Frustration in Erinnerung bleiben.

Irgendwann kam der Wunsch auf, hier gegenzusteuern und zu helfen. Ich habe mit dem Blog gestartet und kurz danach beschlossen eine Ausbildung zur Psychologischen Beraterin zu machen, um bestmöglich meine Klientinnen zu unterstützen und zu begleiten.

Wie und wo bist du zu erreichen?

Mich findest du auf meiner Website oder auf meinem Instagram-Kanal. Schau doch mal vorbei, ich freue mich auch dich.

Möchtest du auch gerne Teil der Mom-Portraits werden und anderen Mamas mit deinen Erfahrungen zeigen, dass sie nicht alleine mit ihren Sorgen und Herausforderungen sind? Dann meld dich ganz schnell bei mir und lass uns in Kontakt kommen.

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Jenny Macholdt

Ich bin Jenny, seit 2020 Mama eines
kleinen Wirbelwindes und Gründerin
von Moms 4 Moms. Meine Mission ist 
es Mütter miteinander zu verbinden,
frei nach dem Motto: „Gemeinsam, 
statt einsam“

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