5 Tipps, wie du bewusster und besser in deiner Beziehung kommunizierst

Streitende Mann und Frau

„Man kann nicht nicht kommunizieren“ ist eine Erkenntnis des Kommunikationswissenschaftlers Paul Watzlawick, die gerade uns Mamas in unserem stressigen Alltag gerne in die Quere kommt. Wir haben meist 1000 Sachen gleichzeitig im Kopf, wollen alles irgendwie unter einen Hut bekommen. Wollen Mama, Partnerin, Tochter und wer auch immer sein und bei all dem Stress und der Hektik platzen uns vielleicht Worte aus dem Mund, die gar nicht so gemeint waren? Und dann ist es schon passiert, wir landen mitten in einem Konflikt, den wir so vielleicht gar nicht wollten.

Was die Kommunikation in unseren Beziehungen so schwierig macht und welche Tipps ich für dich habe, damit du bewusster und besser kommunizieren kannst, erfährst du in diesem Beitrag.

Was macht die Kommunikation in Beziehungen so schwierig?

Kommunikation ist so ein komplexes Gebilde, bestehend aus verbalen und nonverbalen Botschaften in Form von Worten, Gestik und Mimik und darin liegt ja bereits die Problematik. Manche Menschen bevorzugen eine direkte Kommunikation, andere erwarten von dir, dass du zwischen den Zeilen lesen kannst. Dabei kommt es ganz häufig zu Missverständnissen in der Decodierung der Nachricht zwischen Sender und Empfänger. Was meine ich nun damit?

Oft ist es so, dass eine Botschaft vom Sender übermittelt, vom Empfänger allerdings ganz anders verstanden wird und entsprechend erfolgt dann die Reaktion.

Sender-Empfänger-Modell der Kommunikation
Das Sender-Empfänger-Modell von Claude Shannon und Warren Weaver

Gründe dafür sind meist Missverständnisse, weil die Übermittlung der Botschaft nicht nur über die Sprache und Worte erfolgt, sondern auch noch unterschwellige nonverbale Signale mitgesendet werden. In der Psychologie und Pädagogik gibt es hierfür ein bekanntes Kommunikationsmodell, das sogenannte Eisberg-Modell. Und so kannst du dir das Ganze auch vorstellen:

Das Modell besagt nämlich, dass in der zwischenmenschlichen Kommunikation nur rund 20 % über die Sprache und Worte erfolgt, dem sichtbaren Teil, der sogenannten Sachebene. Den größeren Anteil in der Kommunikation hat dabei jedoch der unsichtbare Teil, die der nonverbalen Ebene, der Beziehungsebene. Hier spielen neben Gefühlen, Ängsten und Erfahrungen auch unbewusste Dinge wie Instinkte oder evtl. irgendwelche Traumata mit hinein. Gerade Mimik, Gestik aber auch der Tonfall können einer Aussage eine komplett neue Bedeutung geben.

Zum Beispiel kann die Aussage „Danke für deine Hilfe“ entweder wirklich ein Ausdruck von Dankbarkeit sein oder mit entsprechendem Unterton auch einen ironischen Touch haben. Nämlich den, dass dein Gegenüber dir nicht geholfen hat. Gerade in unserem stressigen Mama-Alltag mit unseren 1000 To Do’s im Kopf kann es hier oft zu ungewollten Missverständnissen kommen. Ein ganz banales Beispiel: Wie oft denkst du, dass dein Partner die Spülmaschine gleich ausräumt, weil er doch sehen muss, dass diese fertig ist? Er denkt hingegen, dass sie bereits ausgeräumt ist! Entsprechend reagierst du dann vielleicht genervt und schwups, ist der Konflikt vorprogrammiert.

Das ist nur eins von vielen banalen Beispielen, die jedoch im ohnehin stressigen Mama-Alltag meist viel unnötige Energie kosten und oft leicht vermeidbar sind.

5 Tipps, wie du bewusster und besser kommunizieren lernst

Ich möchte dir im Folgenden 5 Tipps an die Hand geben, wie du es schaffst bewusster und besser zu kommunizieren und dir somit ein wenig den Übergang von der Theorie in die Praxis zu erleichtern. Meine Tipps beruhen dabei auf meinen Weiterbildungen, Coachings und eigenen Erfahrungen und lehnen sich teilweise an die gewaltfreie Kommunikation (GFK) nach Marshall B. Rosenberg an.

1. Werde dir über deine Bedürfnisse bewusster

Gerade wenn wir Mama werden, spüren wir auf einmal diese große Verantwortung für dieses kleine Wesen und hegen und pflegen es. Oft verlieren wir Mamas dadurch den Bezug zu unseren eigenen Bedürfnissen und übergehen diese nur allzu gerne. Das Ergebnis ist, dass wir dem Stress unseres Alltags nicht mehr so gewachsen sind und leichter aus der Haut fahren. Daher werde dir über deine Bedürfnisse wieder bewusster. Dies kannst du ganz leicht durch das Führen eines Bedürfnistagebuchs erlangen. Reflektiere darin deine kritischen Situationen und schreibe dir auf, was dazu geführt hat.

  • Wie ist es dazu gekommen?
  • Wie hast du dich gefühlt?
  • Welches Bedürfnis stand in dem Moment vielleicht bei dir an erster Stelle und wurde übergangen?

Wenn du Schwierigkeiten hast, überhaupt die Bedürfnisse für dich zu erkennen, findest du hier eine Liste von möglichen Bedürfnissen, die wir Menschen haben.

2. Verwende Ich-Botschaften in deiner Kommunikation

Gerade wenn es um einen Konflikt geht, geraten wir ganz schnell in eine Vorwurfshaltung, indem wir in Du-Botschaften kommunizieren. Überlege mal selbst, wie schnell dir ein „Du“ über die Lippen kommt, wenn du etwas an deinem Gegenüber auszusetzen hast. Das Resultat ist meist, dass dein Gegenüber sich angegriffen fühlt und zurückschießt. Der Streit ist somit vorprogrammiert. Das Ganze kannst du abmildern, indem du bei dir bleibst und deine Punkte in Ich-Botschaften übermittelst.

Letztendlich signalisierst du dadurch deinem Gegenüber genau die gleiche Botschaft, nämlich, dass dich irgendetwas stört. Indem du jedoch in der Kommunikation bei dir bleibst, erzeugst du keinen Vorwurf und es kommt dadurch wahrscheinlich weniger zu einem Widerstand auf der anderen Seite.

3. Kommuniziere deine Gefühle in Kombination mit den Ich-Botschaften

Kombiniere die Ich-Botschaften mit deinen Gefühlen und kommuniziere diese. Indem du anfängst auch darüber zu sprechen, wie du dich in dem Moment fühlst, erzeugst du Empathie und Verständnis auf der Gegenseite. Um die Gefühle zu kommunizieren, bedarf es einer gewissen Übung und ist nicht so leicht, wie es auf den ersten Blick aussieht.

Oftmals tarnen wir nämlich Gedanken oder Interpretationen als Gefühle, in dem wir z.B. „Ich fühle mich alleingelassen“ sagen. In dem Fall solltest du hinter die Aussage schauen: wie fühlst du dich, wenn du denkst, dass du alleingelassen wirst? Durch das hinterfragen, wirst du nämlich auf deine wirklichen Gefühle kommen. Hier kann das z.B. traurig sein.

Hier findest du eine Übersicht von möglichen Gefühlen.

4. Teile Wünsche mit und keine Erwartungen

Denke immer daran, dein Gegenüber ist nicht dafür verantwortlich, dass es dir gut geht. Du alleine bist für dich verantwortlich, dass du glücklich bist. Bedeutet übersetzt für deine Kommunikation, dass du keine Erwartungshaltungen an deinen Gesprächspartner formulieren sollst.

Nehmen wir hier noch einmal das Beispiel mit der Spülmaschine. Es kommt doch schon ganz anders herüber, wenn du anstatt „Wäre doch toll gewesen, wenn du die Spülmaschine ausgeräumt hättest!“ eher „Wärst du so lieb und räumst die Spülmaschine aus?“ sagst. Dein Gegenüber entscheidet, ob er dir deinen Wunsch erfüllen möchte oder nicht. Aber seien wir mal ehrlich, die Wahrscheinlichkeit, dass dir ein Wunsch abgeschlagen wird, ist wohl eher geringer als bei einer kommunizierten Erwartungshaltung.

5. Hinterfrage Aussagen, wenn du sie nicht verstanden hast

Durch meine NLP-Ausbildung ist mir erst einmal so richtig bewusst geworden, wie schwammig formuliert die alltägliche Kommunikation oft ist. Häufig werden Aussagen getätigt, in denen nötige Informationen fehlen, die verallgemeinert oder verzerrt sind. Denn jeder Mensch sieht die Welt durch seine individuelle Brille. Eine Brille, die geprägt ist durch die eigenen Erfahrungen und entsprechend werden diese Aussagen interpretiert und bewertet.

Daher möchte ich dir den Tipp geben, Aussagen zu hinterfragen, wenn sie für dich unklar sind. Entweder benutzt du dafür die bekannten W-Fragen (Wer, wie, was, etc.) oder du wiederholst das Gesagte in deinen Worten noch einmal. Dadurch bekommst du nicht nur Klarheit, sondern auch die Bestätigung deines Gegenübers es richtig verstanden zu haben.

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Jenny Macholdt

Ich bin Jenny, seit 2020 Mama eines
kleinen Wirbelwindes und Gründerin
von Moms 4 Moms. Meine Mission ist 
es Mütter miteinander zu verbinden,
frei nach dem Motto: „Gemeinsam, 
statt einsam“

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