Wenn kleine Hände uns zurück ins Jetzt führen: Warum Spielen mit Kindern Mamas näher zu sich selbst bringen kann

Frau malt mit Kind

Spielen mit Kindern ist keine Pause für Mamas. Und doch kann es ein einfacher Weg sein, wieder bei sich selbst anzukommen.

In der heutigen Mutterschaft hält sich hartnäckig eine Vorstellung:

Um sich zu erholen, müsse eine Mama sich von ihren Kindern entfernen. Stille, Zeit nur für sich, eine Yogamatte, ein Einkaufsbummel. Und bitte keine klebrigen Finger oder dauernden Rufe nach Mama, die den Gedanken unterbrechen.

Viele Mütter wissen, wie unrealistisch dieses Bild ist. Es sei denn, man hat eine feste Babysitterin, eine alleinstehende Tante und/oder eine wunderbare Oma an seiner Seite. So bleibt eine Frage, die unserer ersten Intuition zunächst widersprechen mag:

Ist es möglich, Ruhe und Präsenz genau dann zu finden, wenn wir mit unseren Kindern zusammen sind?

Wenn gemeinsames Tun zu einem inneren Ort wird

Kreative Aktivitäten mit Kindern gelten oft als anstrengend. Unordnung, Lärm, ständige Aufmerksamkeit, langsame Abläufe. Wie soll das ein Ort der Entspannung sein?

Und doch fördern genau diese gemeinsamen Momente mentale Präsenz. Ihre Struktur lenkt die Aufmerksamkeit automatisch auf das, was gerade geschieht.

Beim Basteln mit deinem Kind folgt der Geist einem Schritt nach dem anderen. Schneiden, kleben, Farben mischen, formen. Es sind einfache, wiederkehrende Bewegungen. Das Tempo ist ruhig, die Abläufe klar. Wenn der Körper beschäftigt ist, wird auch der Kopf leiser.

Im gemeinsamen tun kann ins Hier und Jetzt gefunden werden.

Es gibt kein Multitasking, wenn Perle für Perle aufgefädelt oder eine Linie nachgezogen wird. Und es gibt keinen Platz für das Danach, wenn ein Kind ganz in seinem Tun versunken ist. In diesen Momenten gelangen Mutter und Kind unbemerkt ins Hier und Jetzt.

Präsenz statt Perfektion

Achtsamkeit bedeutet, die Aufmerksamkeit auf den gegenwärtigen Moment, auf Empfindungen, Gedanken und Gefühle zu richten, ohne zu bewerten oder verändern zu wollen. Sie ist keine Technik, sondern ein Zustand, der entsteht, wenn wir aufhören zu planen, zu kontrollieren und zu optimieren.

Genau das bieten kreative Momente mit Kindern. Eine Zeit ohne Leistungsdruck und ohne messbares Ergebnis. Es genügt, da zu sein, nebeneinander zu sitzen, zu atmen und die eigenen Hände bei der Arbeit zu beobachten. Chaos darf entstehen. Der Tisch darf schmutzig werden. Das Tempo gehört dem Kind.

Oft geschieht dann etwas Unerwartetes. Der Körper entspannt sich, während die Beziehung wächst.

Studien zeigen, dass achtsamkeitsbasierte Ansätze emotionale Regulation, Aufmerksamkeit und Stressreaktionen positiv beeinflussen. Auch zu kreativen Tätigkeiten gibt es Hinweise auf ähnliche Effekte.

Du brauchst keine feste Achtsamkeitsroutine. Entscheidend ist der Rahmen, in dem du Zeit mit deinem Kind verbringst. Gemeinsame kreative Aktivitäten schaffen ihn aus drei einfachen Gründen.

Sie begrenzen Multitasking.
Sie binden den Körper ein.
Sie verlangsamen das Tempo auf natürliche Weise.

Dieses Verlangsamen wirkt direkt auf das Nervensystem. Weniger Druck. Weniger Kontrolle.

Viele Mütter fühlen sich nach einem kreativen Nachmittag körperlich müde, aber innerlich ruhiger. Wenn der Kopf aufhört vorauszueilen, reguliert sich auch das emotionale System. 

Handarbeit lenkt die Aufmerksamkeit zurück in den Körper. Gemeinsam mit deinem Kind fühlt sich diese Zeit nicht wie eine Pause von der Beziehung an, sondern wie gelebte Nähe.

Eine sanfte Einladung an müde Mamas

Vielleicht liebt nicht jede Mama DIY. Und vielleicht fühlt sich nicht jede kreativ. Doch vielleicht geht es gar nicht darum.

Es geht darum, sich Momente zu erlauben, die kein To-do sind, sondern kleine bewohnbare Räume. Unperfekt, langsam, echt. Es geht um Momente ohne Aufgabe und ohne Ziel. Keine Bewertung. Kein richtig oder falsch. Kein Ergebnis, das zählen muss.

Freies Malen. Einfache Küchenarbeiten. Collagen aus alten Zeitungen. Bauen ohne Anleitung. Freies Bewegen zur Musik.

Nicht mehr tun – sondern weniger. Du sitzt neben deinem Kind. Du schaust zu. Du atmest.

Wenn dein Atem dabei ruhiger wird, beginnt Selbstfürsorge.

Manchmal ist ein kleiner Moment der Ruhe nur ein gemeinsames Spiel entfernt. Hast du Lust, es heute einfach mal auszuprobieren und zu schauen, was passiert?

Kleine bewohnbare Räume schaffen: Der leise Zauber des Gewöhnlichen.

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Ich bin Jenny, seit 2020 Mama eines
kleinen Wirbelwindes und Gründerin
von Moms 4 Moms. Meine Mission ist 
es Mütter miteinander zu verbinden,
frei nach dem Motto: „Gemeinsam, 
statt einsam“

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