„Warte mal ab, dein Leben wird völlig auf den Kopf gestellt von diesem kleinen Wesen.“
Diesen Satz habe ich oft als Schwangere gehört. Und ganz ehrlich? Ich habe (hoffentlich nur) innerlich mit den Augen gerollt. Ich dachte, ich sei vorbereitet. Ich hatte ja schließlich Bücher gelesen, das Internet durchforstet, mit anderen Müttern gesprochen und mir ein Bild gemacht. Was soll mich schon überraschen? Immerhin haben das schon Frauen tausende Jahre vor mir gemeistert.
Soll ich dir die Wahrheit sagen? So ziemlich alles.
Dieser Beitrag ist meine Teilnahme an der wunderschönen Blogparade “Damit habe ich als Mutter nicht gerechnet” von Sona Terlohr – einer Sammlung ehrlicher Mama-Geschichten unter dem Hashtag #CheerleadingMutter. Und weil bei mir so vieles anders kam als gedacht, wollte ich unbedingt mitmachen.
Mein Bild vom Muttersein – und der Realitätscheck
Bevor ich Mama wurde, sah mein Leben ziemlich durchgeplant aus: ein ruhiger Start in den Tag mit meinem Kaffee und einem Buch, ein anspruchsvoller Job, feste Routinen, genug Zeit für Sport, für den Herzmann, meine Freunde und für mich. Ich dachte, ich würde dieses strukturierte Leben mehr oder etwas weniger, einfach weiterleben, nur um ein Baby erweitert. Klingt naiv, oder?
Die Wahrheit ist: Mit der Geburt meiner Tochter brach mein bisheriges Gerüst langsam in sich zusammen. Schlaflose Nächte, ständiges Stillen oder Milch abpumpen, Windeln wechseln – und ich mittendrin, oft noch um die Mittagszeit im Pyjama, während meine Tochter längst fertig für den Tag war. Und viele Momente, in der dieses kleine Wesen, mich dermaßen an meine mentalen Grenzen brachte. Kein Buch der Welt bereitet dich darauf wirklich vor. Am Ende kommt es doch anders, als du denkst.

Der Teil von mir, den es ohne meine Tochter nie gegeben hätte
Was mich am meisten überrascht hat, war nicht das Chaos selbst – sondern das, was daraus entstanden ist. Aus dem Gefühl, komplett neben mir zu stehen, wuchs eine Entschlossenheit, die ich vorher nicht kannte: die, mir mein Leben aktiv zurückzuholen, anstatt nur zu funktionieren. Denn ich habe gemerkt, dass ich nicht nur Mama sein wollte. Ich wollte auch noch Jenny sein, die auch ein Leben, neben dem Muttersein hat.
Ich habe angefangen, an kleinen Stellschrauben zu drehen – seien es festen Aufstehzeiten, bewusst eingeplanten Pausen oder kleine Rituale, die nur mir gehören. Nicht, weil es ein Buch oder Ratgeber empfohlen hat, sondern weil ich gemerkt habe: Ohne diese Anker oder kleinen Momente am Tag, verliere ich mich komplett im Funktionsmodus und in meiner Mutterschaft.
Womit ich nie gerechnet hätte: Wie sehr mich Kleinigkeiten tragen würden
Ganz ehrlich? Ich hätte nie gedacht, dass ausgerechnet die kleinen, fast banalen Dinge den größten Unterschied machen. Ein Frühstück, das ich tatsächlich in Ruhe esse. Zehn Minuten mit einer Tasse Kaffee und meinem Buch, bevor der Tag losgeht. Ein fester Sporttermin in der Woche, den ich mir mit Unterstützung der Familie freihalte oder einfach mal 15 Minuten bei mir am Wald Spazierengehen.
Bevor ich Mama wurde, hätte ich diese Dinge vermutlich als selbstverständlich abgetan. Heute weiß ich: Es sind genau diese kleinen Inseln im Alltag, die mich vor der kompletten Erschöpfung bewahren.

Worüber ich heute lachen kann – damals war es alles andere als witzig
Es gab Momente, die mich damals an den Rand gebracht haben – Stunden, in denen meine Tochter nur schrie und sich mit nix beruhigen ließ. Das ging so lang, bis sie vor Erschöpfung eingeschlafen ist. Nächte, in denen ich stundenlang in ihrem Zimmer mit ihr wiegend auf und ab lief, um sie wieder zum Schlafen zu bekommen. Nächte, in denen ich nachts um 2 Uhr anfing mit ihr auf dem Teppich zu spielen, weil sie einfach wach war. Tage, die bereits vor 5 Uhr morgens starteten, weil unsere kleinste Mitbewohnerin einfach nicht mehr schlafen wollte. Heute erzähle ich diese Geschichten mit einem Schmunzeln.
Der Satz, den ich jeder werdenden Mama mitgeben würde
Damals hätte ich mir gewünscht, dass mir jemand sagt, dass ich Geduld haben soll und alles mit der Zeit wird. Das ich mir selbst den Druck nehmen darf und jeden Tag das Beste für meine Tochter gebe.
Wenn ich einer Frau, die gerade Mama wird, nur einen Satz mitgeben dürfte, dann diesen: Du musst nicht funktionieren, du darfst fühlen, denn auch du bist einfach nur ein Mensch und du darfst dir Hilfe holen. Denn das ist ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Klarheit und Stärke.
Mein Fazit: Nichts von dem, was ich erwartet hatte, ist eingetroffen – und das ist auch gut so
Ich bin nicht die Mutter geworden, die ich mir vorgestellt hatte. Ich bin eine geworden, die ich vorher nicht kannte – unperfekter, ehrlicher zu sich selbst und mit einem viel klareren Gespür dafür, was sie wirklich braucht. Damit hätte ich nicht gerechnet. Und ich bin dankbar dafür.
Dieser Beitrag ist Teil der Blogparade „Damit habe ich als Mutter nicht gerechnet” von Sona Terlohr. Schau gerne auch bei den anderen Teilnehmerinnen vorbei – ehrlichere, unheroischere Mama-Geschichten findest du selten gesammelt an einem Ort.
Du erkennst dich in diesen Zeilen wieder?
Dann bist du bei mir genau richtig. Im 0€-Telegram-Kanal „Mama’s Kraftquelle” triffst du Mütter, die genauso ehrlich über ihren Alltag sprechen wie ich hier – ganz ohne Filter, ganz ohne Funktionsmodus.
Und wenn du merkst, dass du gerade mehr brauchst als Austausch – nämlich eine echte Begleitung raus aus dem Funktionsmodus, rein in eine Mutterschaft, die auch dich mitdenkt – dann lass uns in einem unverbindlichen Gespräch schauen, ob „Create your Motherhood” der nächste Schritt für dich ist.
